[Review] „Die verlorene Puppe“ von Judith und Christian Vogt

„Die verlorene Puppe“ ist ein weiterer Steampunk Roman aus der Feder von Judith und Christian Vogt.

Der Roman entführt den Leser in das, durch eine Eiszeit geprägte, 19. Jahrhundert, dessen Technologien von der Dampfkraft und Luftschifffahrt beherrscht sind.
Von Ængland ist nur noch der Süden bewohnbar und in Europa haben sich neue Allianzen und Grenzen gebildet. Amerika gilt als unentdeckt, denn kein einziger kehrte von dieser Reise zurück.



„Die verlorene Puppe“ beginnt mitten in einer bunten Zirkusszene:
Die bärtige Dame Selma, der Dopteur Jeevan mit seinem echten Mammut, der Elektrizitätskünsler Iko und die Trapezakrobaten Yue und Ferenc buhlen mit weiteren Artisten um die Gunst des Publikums.
Doch statt dem Publikum eine Aufführung getreu ihrem Motto „Fantástico! Fabuloso! Apocalíptico!“ zu bieten, fallen Fremde in Vorstellung ein, lassen das Zirkuszelt in Flammen aufgehen und entführen die Artisten in ihrem eigenen Luftschiff.

Schnell lässt sich erahnen, die Entführer wollen eine Reise wagen, von der bisher noch niemand lebend zurückkehrte.
Doch nicht nur die Entführung und die Reise ins Unbekannte lastet auf den Artisten, so lauern auch Vermutungen, Anschuldigungen und dunkle Geheimnisse im Rumpf des Luftschiffes.


„Die verlorene Puppe“ entführt seine Leser, wie bereits der vorangegangene Roman „Die zerbrochene Puppe“ (welcher keine Voraussetzung zu dem aktuellen Roman ist), in atemberaubende Bildkulissen.
Zwischen Luftschiffkämpfen und Opferritualen peitschen die Emotionen und es gab einige Momente in denen mir der Mund einfach sprachlos offen blieb. So schaffen es Judith und Christian Vogt immer wieder, die Geschichte noch eine Wendung nehmen zu lassen, die man bisher noch nicht in Betracht gezogen hatte.

Die einzelnen Kapitel haben nicht nur eine typische Kapitelüberschrift, sondern werden zusätzlich mit Aktüberschriften passend zu einem Circo gekennzeichnet. Außerdem ergänzen Fahrtenbucheinträge einen anderen Blickwinkel auf die Geschehnisse und erklären sogleich, wie sich die Wege der unterschiedlichen Protagonisten kreuzen, ohne aus der Luft gegriffen zu sein.

Abschließend kann man sagen, dass das Motto „Fantástico! Fabuloso! Apocalíptico!“ nicht nur das Motto des Circo Apocalástico ist, sondern des ganzen Buches.


Die Fakten:
Buch: „Die verlorene Puppe“ von Judith und Christian Vogt
Verlag: Feder und Schwert
Erschienen: 2016
Seiten: 440 Seiten, Softcover
Preis: 12,99 EUR

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8 comments

  1. Würfelheldw sagt:

    Kris hat „Die verlorene Puppe“ letztlich für meinen Blog rezensiert.
    https://wuerfelheld.wordpress.com/2017/04/25/rezension-die-verlorene-puppe-roman-steampunk/

    Und ich selbst habs mittlerweile auch gelesen und fand das Werk sehr gelungen.

    Wie siehst Du das Werk im Vergleich zu „Die zerbrochene Puppe“?

    • Papierheldin sagt:

      „Die verlorene Puppe“ bewegt sich meiner Meinung nach in eine andere Richtung wie „Die zerbrochene Puppe“. In der zerbrochenen Puppe hat man mehr den „typischen Steampunk“ mit vielen Maschinen, in der verlorenen Puppe erfährt man noch mehr über die Welt in der die Geschichten spielen.
      Mich haben aber auch beide Bücher sehr beeindruckt.

      Wie siehst du das?

  2. Würfelheldw sagt:

    Ich möchte mich derzeit mit eindeutigen Wertungen etwas zurückhalten, denn ich bin SF-Juror beim Skoutz-Award, und das ist „Die verlorene Puppe“ mit auf der Midlist und steht derzeit, neben starker und guter Konkurenz zur Wahl.

    Aber soviel, ich habe beide Romane gerne gelesen und beide haben ihren Ansatz und fanden bei mir Anklang. Ich habe die Lesestunden genossen.

    • Papierheldin sagt:

      Dann ist es natürlich verständlich, wenn du dich gerade „ausschweigst“ 😉
      Wenn der Award verliehen ist, kannst du gerne deine persönliche Meinung mitteilen 🙂

  3. Greifenklaue sagt:

    In die Eis und Dampf-Welt muss ich mich definitiv noch einlesen.

  4. Würfelheldw sagt:

    @Greifenklaue
    Da muss ich mich Papierheldin anschließen, die Welt die E&D parat hält kann man toll „bereisen“.
    Solltest auf jeden Fall mal reinschauen.

  5. Kadomi sagt:

    Das hört sich toll an. Als Steampunk-Fan habe ich sowohl E&D als auch die Romane auf meinem Schirm. Weiß nur nicht, ob mir spielerisch Fate irgendwie gefällt. Da ich aber Zirkus in Fantasy sehr gern mag, hört sich der Roman wirklich top an.