[Review] „Feuerstimmen“ von Christoph Hardebusch

Der Roman „Feuerstimmen“ handelt von den zwei Barden Aidan und Revus, die in Königshäusern sangen und nun, nach einem schrecklichen Ereignis, von Dorf zu Dorf ziehen um das Geschehene hinter sich zu lassen.

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Während die beiden Barden in einem Fischerdorf Rast machen, tauchen Seemonster auf die das Dorf angreifen.
Nach dem Kampf flüchten die beiden Barden zunächst vor der Situation, doch sie kehren zurück, um den Dörflern in die nächste befestigte Stadt zu helfen – Was sich als großes Glück für die Dörfler entpuppt, denn die ungewöhnlichen Seemonster geben keine Ruh‘ und die beiden Barden können nicht nur singen, sondern auch mit dem Schwert umgehen.

Unterdessen werden Königen Elena und ihre Leibwächterin Kaleona auf den Gesegneten Inseln zeugen davon, wie sich die Magie und die Welt um sie herum verändert.
Plötzlich werden die Bürger der Inseln von einer unbekannten Wut überrollen, die wilde Kämpfe und Zerstörung auslöst.

Um ihr Volk und die Inseln zu retten brechen die beiden Frauen zu den „Barbarischen Landen“ auf.
Dort angekommen treffen Elena und Kaleona auf Aidan und Revus. Gemeinsam erhoffen sie sich Antworten vom Orakel im Land des ewigen Nebels.
Nach einem gefährlichen Weg dorthin, entdeckt Aidan nicht nur seine Stimme wieder, sondern auch seine Gefühle für Elena.

Schließlich reisen die vier Verbündeten zurück zu den Gesegneten Inseln, wo es zum großen Showdown kommt.


„Feuerstimmen“ ist ein besonderes Projekt, das in Zusammenarbeit zwischen Christoph Hardebusch und Van Canto entstanden ist. „Man kann hier gar nicht sagen, ob unser Album nun die Musik zum Buch ist, oder der Roman das Buch zur Musik. Wir haben hier wirklich Hand in Hand gearbeitet. Unsere Kompositionen haben den Roman beeinflusst und umgekehrt. Wir haben eine eigene Welt erschaffen, es geht um konkurrierende Königreiche, um große Schlachten, um Drachen, Feuer und Barden. Nicht immer alles bierernst, aber es kracht an allen Ecken und Enden und ist großes Kopfkino, eigentlich wie Van Canto auch“, erklärt Leadsänger Sly (Quelle: Piper.de).

Für mich, als großer Van Canto und Fantasy-Fan, stand schnell fest, dass ich das Buch zum Album „Voice of Fire“ in mein Regal stellen möchte.
Da das Album bereits eine Woche vor dem Buch erschienen war und ich dieses wirklich grandios finde, waren meinem Erwartungen an „Feuerstimmen“ recht hoch. Vor allem, da durch die Lieder schon bestimmte Szenen in meinem Kopf entstanden waren.

Das Buch beginnt mit dem gleichen Prolog wie das Album. Jedoch ist dieser in „Feuerstimmen“ ins Deutsche übersetzt, was meiner Meinung nach nicht ganz so rund klingt wie im Englischen.

Zwischen den einzelnen Kapiteln, die aus abwechselnder Sichtweise der Hauptcharaktere geschrieben sind, sind passende Songzeilen abgedruckt, die das Gefühl bzw. die Lage der Abenteuer beschreiben – Im Hörbuch sind an diesen Stellen sogar eingesungene Songs von Van Canto zuhören.
Die jeweiligen Kapitel lassen sich flüssig und ohne große Fremdwörter-Stolperfallen lesen.

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Vermutlich durch meine hohen Erwartungen, fand ich im Vergleich zum Album das Buch schwächer.
Für mich ist es ein klassischer Fantasy-Epos bei dem einige Passagen vorhersehbar sind. So ließ sich z.B. schnell erahnen, dass die beiden Hautcharaktere Gefühle füreinander hegen.
Auch ließ mich zum Schluss des Buches das Gefühl nicht los, dass der Autor unter Zeitdruck stand. Denn der große Showdown wird, im Vergleich zu anderen Szenen, recht kurz abgehandelt, so dass ich zunächst dachte ich hätte eine Seite überschlagen.
Meiner Meinung nach ist das sehr schade, da die Geschichte ausführlich beschrieben ist und eine epische Schlacht die ganze Sache noch wunderbar abgerundet hätte.

Vom Showdown abgesehen, gab es noch eine weitere Stelle die mich zurückblättern ließ: Die vier Hauptcharaktere teilen sich wieder in ihre ursprünglichen Zweiergruppen auf und trotz, dass die einen zu Pferd unterwegs sind und die anderen zu Fuß – dabei in die falsche Richtung laufen und in einer Bibliothek halt machen, holen sie die, die zu Ross unterwegs sind ein – wirklich flotte Schritte müssen die Helden haben ;)

Aber genug auf hohem Niveau gejammert: „Feuerstimmen“ von Christoph Hardebusch ist ein solider Fantasy Roman mit reichlich Action und Gefühlen.
Aidan bekämpft seinen inneren Schweinehund und Elena lernt die „Barbaren“ kennen und lieben.

Meiner Meinung nach ist das ungewöhnliche Projekt zwischen Musikern und Autor gelungen und dank dem Buch hat man direkt die passenden Szenen zu den einzelnen Liedern vor Augen.


Die Fakten:
Buch: „Feuerstimmen“ von Christoph Hardebusch
Verlag: Piper
Erschienen: 2016
Seiten: 496 Seiten, Softcover
Preis: 14,99 EUR
Besonderheit: auch als Hörbuch erhältlich – gelesen von Ferenc Husta und vertont von Van Canto

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