[Review] Shadowrun 5 Spielleiterschirm

Die nachfolgende Rezension ist ein Gastbeitrag von Luxgram.
Viel Spaß dabei!

 

Hallo miteinander!

Auf der RPC diesen Jahres konnte ich mir endlich den Spielleiterschirm für Shadowrun 5 zulegen und nehme dies als Anlass, um mich an einer Rezension zu versuchen.
Da ich es selbst immer recht schwierig finde Bewertungen von anderen zu Rollenspielen einzuschätzen, gibt es zunächst einen kurzen Abriss über mich, damit ihr wisst, wo ihr meine Meinung einzuordnen habt. Danach könnt ihr diese Meinung dann ausgebreitet lesen, oder ihr springt direkt an das Ende, wo es eine Pro-Kontra-Liste geben wird und dazu noch etwas, was ich Fazit nennen möchte.

 

Bildquelle: Pegasus Spiele

Bildquelle: Pegasus Spiele

 

Ich selbst bin durch Zufall zum Rollenspiel gekommen, zu DSA3 Zeiten. Ich habe es bis heute nie bereut mich an den falschen Tisch gesetzt zu haben und so, anstatt eines Table Tops, eine DSA Runde kennengelernt habe.
Beim DSA bin ich auch Jahre geblieben, eigentlich bis heute, obwohl mir DSA5 noch ein Buch mit 13 Siegeln ist.
Nebenbei hab ich aber auch schon mal meine Nase in Shadowrun gesteckt (damals 3.0.1d).
Im Laufe der Jahre musste ich dann auch immer wieder in die Rolle des Spielleiter springen. Häufig mehr aus Mangel an solchen, als aus Spaß am Leiten. Ab und an aber auch einfach, weil ich von einem Abenteuer mehr wissen wollte, als das was die Spieler erfahren können.
Seit einiger Zeit hat es sich ergeben, dass ein paar Freunde und ich immer wieder mal alle möglichen Systemen testen und einige davon auch immer wieder spielen. Vieles über diese Tests könnt ihr dann hier lesen.
Seit Ende letzten Jahres hat es mich wieder in die Schatten gezogen, in denen ich mit Freude Spielleiter bin, auch wenn es bisher leider nur zwei Sitzungen gab.

 

Im folgenden beziehe ich mich auf den 4-Seitigen  Hardcover Spielleiterschirm, der seit kurzem wieder verfügbar ist. Ich vermute, dass die Tabellen im Schirm selbst auch bei dem Softcover Schirm sich nicht groß voneinander unterscheiden, zu dem dortigen „Zubehör“ kann ich leider nichts sagen.

 

Was bekommt man also für sein Geld (12,95€ aktuell laut Pegasus-Shop), wenn man sich einen Shadowrun 5 Hardcover Spielleiterschirm kauft?
Nun genau das, einen DIN A4 Schirm ohne viel zusätzlichen Schnickschnack.
In der Mitte finden sich jedoch insgesamt noch acht zusätzliche Seiten, die ich ab hier als „Beipackzettel“ beschreiben werde. Das ist nicht negativ gemeint, es ist nur die erste Bezeichnung, die mir für diese Seiten eingefallen ist.
 

Arbeiten wir uns also einmal vom Praktischen zum Schönen, und schauen was das gute Stück zu bieten hat.

Die Tabellen im Inneren des Schirmes sind identisch mit denen der letzten Seiten des Grundregelwerkes.
Modifikationen für Nah- und Fernkampf, Abweichung von Granaten, Ergebnisse des Askennens, Übersicht der sozialen Proben, Auswirkungen und Stärke des Matrixrauschens und die Waffenreichweiten haben hier ihren Platz gefunden. Immer mit dem entsprechenden Seitenvermerk falls die Tabelle alleine nicht genügen sollte.
Leider fehlt die Tabelle zur Modifikation von Wahrnehmungsproben und vielleicht hätte man auch Platz gefunden um die Tarnbarkeit von Objekten, die es ja bereits schon als Tabelle im Ausrüstungskapitel gibt, hier noch unterbringen zu können. Dafür wäre es meiner Meinung nach nicht so dramatisch gewesen, wenn man die Ausgedehnten Proben ausgelagert hätte. Bei beiden Tabellen lässt sich aber natürlich darüber streiten, welche der Spielleiter eher mal ad hoc nutzen muss, und was er im Regelfall vorbereitet hat.
Die Anordnung der Tabellen ist wahrscheinlich dem vorhandenen Platz geschuldet und hat mich am Anfang sehr verwirrt. Nicht immer stehen Tabellen, die ich zueinander zählen würde, auch nebeneinander. So stehen beispielsweise die Kompensation für Umweltmodifikatoren, vom Leser aus gesehen, ganz links (Seite 1), während die Sichtmodifikatoren mittig unten (Seite 3) zu finden sind.

 

Kommen wir nun zu den „Beipackzetteln“, die ich oben bereits einmal kurz erwähnt habe. Bei diesen handelt es sich um zwei unterschiedliche Arten von Sammlungen. Die Eine ist meiner Meinung nach für den Spielleiter gedacht, während die Andere offen auf dem Tisch liegen kann, damit die Spieler selbst ein paar Infos parat haben.
Fangen wir mit denen für den geneigten Spielleiter an. Diese umfassen vier DIN A4 Bögen bei denen es sich um sogenannte „Cheat Sheet“ handelt. Kurze Zusammenfassungen über Decker, Rigger, Zauberer (egal ob Magier oder Schamane) und den Kampf. Auf Vorder- und Rückseite zusammen finden sich dort weiterführende Tabellen zu den entsprechenden Kategorien. Bei dem Decker findet man also wie das Platzieren von Marken funktioniert, die Proben für eine Matrixsuche, sämtliche Matrixhandlungen (des GRW) und ebenso alle Programme (des GRW). Bei den anderen Bögen sieht dies entsprechend ähnlich aus. Leider wird der Technomancer mit keinem Wort erwähnt. Auch wenn er sich einiges mit den Deckern und Magier teilen mag, hätte man sicher noch irgendwo etwas Platz für ihn gefunden.
Dafür müssten wahrscheinlich die dekorativen Bilder etwas kleiner ausfallen.
Der zweite Stapel an Beipackzetteln ist, wie gesagt, definitiv für die Spieler gedacht. Alle vier Seiten (auch wieder beidseitig bedruckt) sind identisch und fassen kurz zusammen, was man mit Edge machen kann, wie man wieder gesund wird, welche Möglichkeiten man im Kampf hat und welche Fähigkeiten zu welchen Attributen gehören. Grundsätzlich eine nette Sache und gute Idee, aber natürlich nichts, was ein engagierter Spieler/Spielleiter nicht vielleicht eh schon für seine Gruppe zusammen geschrieben hat.

 

Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar Worte zur Gestaltungen und dem Material verlieren. Fangen wir mit Letzterem an. Der Schirm selbst fühlt sich so an wie er heißt, nämlich nach einem Hardcover. Es würde mich nicht wundern, wenn tatsächlich dasselbe Material verwendet wurde, wie bei den Covern der Regelwerke.
Das ist in keiner Weise negativ gemeint. Der Schirm steht wie eine Eins, wirkt recht robust, es ist aber keine Frage, dass er einen Sturz mit einigen deutlichen Macken quittieren würde und auch ein Großangriff mit Würfeln würde er einem vermutlich übel nehmen. Auf der anderen Seite brauch man sich keine Sorgen machen, wenn man ihn in einem Rucksack, oder einer Tasche transportiert, dass er das Zeitliche segnet.
Die Innenseite, auf welcher die Tabellen zu finden sind, ist auf den eigentlichen Schirm aufgeklebt und dort fehlt mir persönlich noch eine zusätzliche Beschichtung. Wenn man wollte, könnte man die Tabellen anfangen abzuknibbeln und leider bin ich mir nicht sicher, ob die Ecken nicht nach einiger Zeit von alleine Anfangen sich abzulösen. Dem könnte man dann zwar mit Kleber wieder entgegen wirken, aber schön ist, meiner Meinung nach, anders.
Die Beipackzettel sind auf dieselbe Weise entstanden wie die Seiten der Regelwerke, leider habe ich zu wenig Ahnung von Papier, um genau beschreiben zu können, woraus diese Seiten bestehen, aber jeder der ein Shadowrun 5 Buch durchgeblättert hat, weiß genau welches Material ihn hier erwartet. Tatsächlich glaube ich, dass durch die recht glatte Oberfläche die Seiten auch eine kurze Getränkedusche verkraften würden, ausprobieren möchte ich es aber nicht.

 

Während des Transports kann man den gesamten Schirm, inklusive der zusätzlichen Seiten, auf DIN A4 zusammen klappen. Leider ist es, zumindest bei meinem Schirm, so, dass die Beipackzettel leicht gebogen werden. Dadurch bekommen sie auf Dauer eine kleine Welle am Rand. Wenn man darauf achtet, die Seite ab und an mal zu wechseln, sollten aber auch da keine dauerhaft negativen Folgen entstehen.

 
Das Design des Schirms ist dem des Grundregelwerks nachempfunden, auf den Beipackzetteln finden sich bspw. auch die Bilder der entsprechenden Archetypen. Der Vorderaufdruck ist allerdings  einer der schönsten bzw. passendsten den ich bisher bei Spielleiterschirmen gesehen habe. Es findet sich dort eine kleine Szene aus der Bar „Dantes Inferno“ die plakativ genug ist, dass sie die Spieler nicht hypnotisiert, aber doch sehr gut die Stimmung von Shadowrun einfängt.

 

Pro-Kontra:
+    Stabiles Material und im Allgemeinen eine gute Verarbeitung.
+    Zusätzlich zu den Tabellen im Schirm gibt es „Beipackzettel“ für Spieler und Leiter.
+    Meiner Meinung nach eine sehr hübsche, atmosphärische Gestaltung

+/-    Keine zusätzlichen Spielinhalte (siehe Fazit).
+/-    Der Preis liegt bei 12,95€

–    Es gibt keinen „Cheat Sheet“ für Technomancer.
–    Innenseite ist ’nur geklebt‘.

 

Fazit:
Ich mag Spielleiterschirme und diesen hier mag ich besonders. Keine Ahnung ob es an dem „Bruce Willis Ork“ auf dem Schirm selbst liegt, oder tatsächlich daran, dass der Schirm das tut und hat, was man von ihm erwartet, ohne das ich gezwungen wäre ihn zu kaufen.
Grundsätzlich ist man natürlich nie gezwungen ein Produkt zu erwerben, aber in viele Fällen fühlte ich mich als Spielleiter doch schon ein bisschen genötigt. Das lag im Regelfall an den Dreingaben des Schirms. Bei DSA 4 Beispielsweise gab es dort eine handliche Liste mit allen Waren, die sich das Abenteurerherz wünscht. Bei Shadowrun 3 war es das Critterheft, bei Splittermond ist es ein Heft mit wichtigen NSCs. Hier sind die Beipackzettel nett, aber man könnte auch ohne diese spielen, da sie keinen zusätzlichen (Spiel-)Inhalt liefern.

Etwas Sorgen macht mir, wie oben ja bereits erwähnt, die Verarbeitung des Schirms innen, aber da wird nur die Zeit zeigen, ob ich mich an dieser Stelle zu recht sorge. Als wirklich störend empfinde ich das Fehlen eines Technomancer „Cheat Sheets“. Dafür hätten mir auch drei mal die Seiten zur Genesung und Co für die Spieler genügt.

Würde ich jemandem zum Kauf dieses Schirms raten?
Ja, wenn man ein Spielleiter für SR5 und  noch auf der Suche nach einem SL Schirm ist, immer. Wenn man ein neuer Spielleiter ist vielleicht sogar noch mehr, da der Schirm einem ein paar Sorgen abnimmt und etwas Zeit spart, sollte man sonst die Zusammenfassungen selbst verfassen wollen.

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