[RSP-Karneval] Anfänge und Übergänge – Realitätsflucht

Im aktuellen Karneval der Rollenspielblogs greifen Timber und Niniane das Thema “Anfänge und Übergänge” auf.

Der Karneval der Rollenspielblogs ist ein digitaler Umzug, bei dem sich jeder deutschsprachige Rollenspielblog beteiligen kann und seine Kreativität im Bezug zum Monatsthema frei entfalten kann.

Die beiden haben in ihrem Startbeitrag einige schöne Ideen zusammengefasst, die sich Rund um die Charakter- und Metaebene drehen, doch mir kam zusätzlich noch die Flucht vor der Realität in den Sinn.




Bitte erwartet keine tiefgründigen Erklärungen! Ich habe weder eine Psychologin befragt, noch bin ich eine.


Wir kennen es vermutlich alle: Man ist Feuer und Flamme für ein Rollenspielsystem und möchte am liebsten in jeder freien Minute die Nase in ein Regelwerk stecken, mit gleichgesinnten über die Feinheiten diskutieren oder sich in der Welt “austoben”.

Aber natürlich flieht nicht gleich jeder große Fan vor der Realität in eine fantastische Welt.

„Als Realitätsflucht oder Eskapismus wird das Meiden der Welt außerhalb einer kleinen geschaffenen Teilwelt bezeichnet, z. B. in Form von Stubenhockerei, von geistigem Abschirmen gegenüber anderen Meinungen oder durch einen eskapistischen Gebrauch von Medien“
Quelle: www.suchtmittel.de


Eine Flucht vor der Realität, benötigt immer einen Grund, bzw. einen Auslöser.
Ich gehe davon aus, dass dazu mehrere Punkte zusammenkommen müssen. Ein ausschlaggebender Punkt könnte sein, dass es im Leben eines Spielers gerade nicht rund läuft, er z.B. Schwierigkeiten am Arbeitsplatz hat oder er ausgegrenzt wird. Die Reaktion daraus, könnte dann die Flucht in eine fantastische Welt sein.
Dieser vermeintliche Ausweg entsteht meist daraus, dass derjenige in dieser Welt eine Rolle ausfüllt. Eine Rolle die er im wirklichen Leben nicht inne hat: Er ist vielleicht ein Anführer, mutig und stark oder befindet sich in einer, für ihn, heilen Welt.

Sicherlich macht dies auch das Rollenspiel aus. Man probiert sich aus und setzt Ideen um, die man im eigentlichen Leben nicht umsetzten könnte oder würde. Aber vielleicht steckt darin auch die Gefahr?! Die Gefahr sich in der “perfekten” Welt des Rollenspiels zu verlieren.

Beim Spiel am Tisch ist dies bestimmt nicht so einfach. Dort hat man noch andere Mitspieler, die nicht einfach spontan Termine ausfallen lassen, damit man tagelang ungestört spielen kann. Doch durch die Möglichkeit 24/7 online zu spielen – sei es auf der Drachenzwinge, in einem Forum oder im Online-Rollenspiel – ist es, meiner Meinung nach, schon möglich vor der Realität ins Rollenspiel zu fliehen.


Zweifellos sind die Anfänge und Übergänge fließend, doch wenn sich Gespräche nur noch um das eine drehen oder das Leben sich nach dem Spiel richtet und andere Unternehmungen kaum noch möglich scheinen, sollte man Abstand gewinnen.


Natürlich kratzt dieser kurze Beitrag nur an der Oberfläche des Themas “Realitätsflucht”. Mehr Gedanken dazu kann man unter anderem in der Folge 52 des Escapodcast hören.


Eine Auflistung aller weiteren Beiträge zum Thema “Anfänge und Übergänge” findet ihr hier: RSP-Blogs-Forum

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One comment

  1. […] beschäftigt sich in ihrem Beitrag „Realitätsflucht“ mit dem Übergang zwischen harmlos-entspannender Freizeitaktivität und Suchtverhalten beim […]